| Info
15 Über die astronomische Bedeutung des Rauten-Musters |
| Viele Wappen in unserem Land enthalten das Rautenmuster. Aber kaum jemand kennt den ursprünglichen Sinn dieses Zeichens. Auch die Heraldiker (Heraldik = Wappenkunde) und die „Heimatpfleger“ wissen nichts, weil ihnen das Wissen um die alte germanische Kultur fehlt. Wertvolles Wissen ging bereits im Mittelalter verloren. Es wurden damals nicht nur Menschen verbrannt, fast die ganze deutsche und romanische Literatur ging in Flammen auf (Ludwig der Fromme). Die römisch-katholische Kirche übernahm weitgehend die Darstellung der Geschichtschroniken nach ihrer Version, während der (Aber-) Glaube Triumpfe feierte. - Nach dem Weltkrieg 1945 war es „unüblich“ bzw. verpönt bzw. von den Siegermächten verboten über das Germanentum zu schreiben. Das war wieder im Sinne der r.k. Kirche, die natürlich kein Interesse haben konnte an der Wiederbelebung einer heidnischen Kultur. | |||
![]() |
![]() |
Die Wappen waren eine Methode, seine Gesinnung und geistige Zugehörigkeit zueinander zu signalisieren. Die Wappenkunde war im Mittelalter voll entfaltet und wurde von Königs- und Fürstenhäusern übernommen und z.T. zu „Hausmarken“ weiterentwickelt. Auch Städte-, Landes- und Staatsführer übernahmen solche Zeichen (oft unwissend und nur aus Gründen der Tradition). Einige Wappenzeichen haben aber ihren Ursprung in frühester Zeit. Einige Zeichen sind sicher tausende Jahre alt. So auch das Rautenmuster. Es hat seinen Ursprung in der Steinzeit. |
|
| Das Rautenmuster in Bayern | Beispiel: Stadtwappen von Altötting | ||
|
Die Steinzeit war geprägt von der frühen Astronomie. Die Himmelsbeobachtung hat in Europa eine Tradition von vielen Jahrtausenden. Sonne und Mond haben das Denken und Gestalten der Menschen entscheidend geprägt (Infos 12, 13, 39). Der Blick zum Himmel war den seßhaften Menschen, den Gärtnern und Bauern, eine tägliche Gewohnheit. Am Himmel erkannten sie irgendwann zwangsläufig den Gang der Gestirne und somit die Ordnung (griech.: kosmos) der Natur. Die Sonne war diesen Menschen nicht nur der Ursprung des Lebens, ... sie war ihnen der Motor des Lebens, der alle Kreisläufe in Bewegung hielt. Ihnen war die Sonne der sichtbare Ausdruck der Schöpferkraft. Der M o n d - als Begleiter des Göttlichen - stand für die Fruchtbarkeit des Lebens oder - im engeren Sinne - für den weiblichen Menschen. Der Mond regelt die fruchtbaren Tage und somit die Geburten. Deshalb standen Sonne und Mond im Zentrum der kultischen Rituale. Die vorchristlichen - also heidnischen - Rituale waren ursprünglich Kultspiele, die das dramatische Geschehen am Himmel dargestellt haben. Die uralten Kultplätze in England (z.B. Stonehenge und Avebury) oder in Deutschland (z.B. die Steinkreise von Bützow/Mecklenburg oder bei Odry/Westpreußen) waren Sonne-Mond-Heiligtümer. Obwohl diese Stätten im Zuge der Christianisierung zerstört worden sind, blieb das Wissen um die Bedeutung zum Teil im Volk erhalten. So gab es immer wieder Menschen, die die alten Zeichen weiter gaben an die nächsten Generationen. Das Rautenmuster ist ein Ideogramm des Mondes. Es stellt - stilisiert - dar den sich fortschreitend überkreuzenden Gang des Mondes. Tatsächlich „zeichnet“ der Mond dieses Zeichen an den Himmel: wenn man den Gang des Mondes von Tag zu Tag verfolgt, wenn man seine Höhe (die Deklination) in ein Diagramm zeichnet, die Punkte miteinander verbindet, dann erhält man das Rautenmuster.
|
||||||||||||||||||
| << | ||||
| www.cosmopan.de Karlheinz Baumgartl Oberhaus, 84367 Zeilarn Tel. +49 (0) 85 72 / 3 88 eMail: info@cosmopan.de |